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Vor einigen Jahren hatte ich einen interessanten Erlebnis, welches mich langsam darauf brachte, dieses kleine Online-Magazin herauszubringen. Ich befand mich in Düsseldorf mit meiner Freundin Maja, die ziemlich zierlich und leichten Schrittes, an der Rhein-Promedade spazierte. Plötzlich hörten wir ein starkes Atmen hinter uns: Jemand unbekanntes, eine junge Frau, voll verschwitzt und erschöpft, näherte sich uns. Sie schien ein gutes Stück gerannt zu haben und gab dem Eindruck, uns etwas wichtiges mitteilen zu wollen. Nich ohne Verwunderung wandten wir uns ihr zu und hörten dann, was sie zu sagen hatte:

Wo hast du die Ballerinas her? Wo hast du sie gekauft? Welche Marke sind sie? Ich muss sie unbedingt haben!

 

Die Fragen wurden an Maja gerichtet, und sobald sie diese beantwortet hatte, bedankte sich die Unbekannte und rannte schnell wieder zurück, wo auf der anderen Seite der Promenade, einige Hundert Meter entfernt, jemand ungeduldig auf sie wartete. Wir lachten über ihre ganze Aufregung, über ihre Mühe, so lange laufen zu wollen, um sich über ein paar Schuhe zu erkundigen, die nicht besonders rar sein würden.

Ich begriff jedoch die heiße Begehrlichkeit, die dahinter steckte: Sie verliebte sich in die Ballerinas. Diese sahen tatsächlich umwerfend aus. Ganz in schwarzem Samt bekleidet, an der Spitze abgerundet und mit einem Knöchelband versehen, wirkten sie unheimlich klassisch und feminin an Majas zierlichen Füße. Kein Wunder, dass die Unbekannte sie als absolutes Must-Have betrachtete. Das war einfach „Liebe auf dem Ersten Blick“ .

Dennoch konnte ich es mir nicht verkneifen, über die gute, alte, lästige Frage nachzudenken, die immer aufkommt, wenn jemand das identische Kleid, das gleiche Makeup, dieselbe Einrichtung, der komplette Look entweder der besten Freundin, oder der bekannten Persönlichkeit, unbedingt haben will: Wird es ihr auch so gut stehen? Wird es bei ihr tatsächlich genauso gut passen? In den meisten Fällen, gerade wenn es um Mode, Schönheit oder Stil geht, ist die Antwort leider negativ…

 

Vom guten Sinn, die beste Version seines Selbst zu sein

 

Nun sind wir so eingestellt, dass wir automatisch genau das haben wollen, was wir schön und bewundernswert finden. Man könnte sogar einfach sagen, dass Nachahmung das beste Kompliment ist, was uns aber nicht vieles bringt. Ein Detail vergessen wir dabei oft: Kleidung, Makeup und sogar Einrichtungstücke sehen schön und einzigartig aus nicht aus sich selbst heraus, sondern weil sie zum Leben erweckt werden, und zwar vom individuellen Körper und Geist der Persönlichkeit, die sie trägt, prägt, oder um sich hat.

Ein Satz, der Judy Garland nachgesagt wird, dient uns in dieser Hinsicht als Inspiration:

Always be a first rate version of yourself and not a second rate version of someone else.”

 

Indem wir danach streben, die beste Version unseres Selbst zu sein, lernen wir uns tatsächlich besser kennen und vermeiden gleichzeitig, unbemerkt zu einer zweiten Version von jemand anderem zu werden. Natürlich können wir Schönheit, Kunstfertigkeit, und guten Geschmack bewundern. Wenn wir aber alles was uns begeistert lediglich als Inspiration nehmen und nicht als unbedingt zu habendes „Teil“, haben wir die größten Chancen einen eigenen, unverwechselbaren Stil zu gestalten.

Sinnesleben Magazin lässt sich inspirieren und vermittelt Inspiration. Wir entdecken Farben, Formen und Stile. Wir finden heraus, welche Farbtypen, Duftuniversen, Stilwelten es da draußen gibt und bringen es dir näher. Wir erzählen dir was wir hören und für die Entwicklung deines eigenen Geschmacks nützlich sein könnte: Was ißt man wo, wie und warum; wer wurde zu Ikone, wann und wieso; welche Ästhetik ist einflussreich und uns weiter hilft; was getragen wird, wozu und vor allem für welche Silhouette es geeignet wäre…

Wir rennen keine Trends hinterher wie die junge Unbekannte unserer Geschichte, aber wir wollen die Trends kennen und uns von ihnen bedienen. Unser Wunsch: Unsere Leserin an die Hand zu nehmen und mit ihr entdecken, was am besten zu ihrem ganz eigenen Stil passt. Bist du dabei?